Jedes Jahr singen Millionen von Menschen rund um die Welt ein Lied vor dem Weihnachtsbaum: „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ Entdeckt mit uns die Geschichte, wie aus einem Gedicht das berühmteste Weihnachtslied der Welt wurde – und erkundet idyllische Orte in Österreich, die für die Entstehung von „Stille Nacht!“ bedeutend waren. 

 

Salzburg: Wo die Musik zu wachsen begann

 

Der spätere Priester Joseph Mohr, aus dessen Feder die Worte des Gedichts „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ stammen, wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen als uneheliches Kind in Salzburg auf. Dank etwas Glück und vor allem seines musikalischen Talentes wurde er vom damaligen Domvikar gefördert und zählte im Akademischen Gymnasium zu den besten Schülern. Dadurch erhielt er später einen Platz im Stiftschor St. Peter und eine ausgezeichnete Ausbildung.

 

Den Stille-Nacht-Ort Salzburg erleben: Wer sich auf die Spuren von Joseph Mohr in Salzburg begeben möchte, schließt sich am besten einer der besonderen Stille Nacht! Heilige Nacht! Stadttouren an. Ab Ende November kann man das Lied auch in einem neuen Bühnenstück in der Felsenreitschule erleben. „Meine Stille Nacht“ ist ein Musical Play im großen Hollywood-Stil.

Mehr zu Salzburg in der Weihnachtszeit lest ihr hier!

 

© Gulliver Theis – SalzburgerLand Tourismus

 

Mariapfarr: Wo aus Worten ein Gedicht wurde

 

Seine erste Stelle als Hilfspfarrer trat Joseph Mohr in Mariapfarr an. Dort verfasste er im Jahr 1816 das Gedicht „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ – in einer Zeit, in der die Lebensumstände von Hunger und Krieg geprägt waren. Diese Einflüsse haben Joseph Mohr zu seinem Gedicht bewegt, das von Hoffnung und Glauben spricht.

 

Joseph Mohr © SalzburgerLand Tourismus

 

Den Stille-Nacht-Ort Mariapfarr erleben: Besonders schön ist die kurze Wanderung rund um Mariapfarr, die an der Wallfahrts- und Stille Nacht Basilika startet.

 

© Gulliver Theis – SalzburgerLand Tourismus

© SalzburgerLand Tourismus

 

Arnsdorf: Wo Stille Nacht seine Melodie erhielt

 

In der alten Volksschule von Arnsdorf lebte zu jener Zeit Franz Xaver Gruber mit seiner Familie. Er war ein ausgezeichneter Lehrer, doch die Musik war seine wahre Leidenschaft. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit waren die Wohnräume der Schule der Ort, an dem er die Melodie zu Stille Nacht! Heilige Nacht!“ komponiert hat.

 

Franz Xaver Gruber © SalzburgerLand Tourismus

 

Den Stille-Nacht-Ort Arnsdorf erleben: Das alte Schulhaus ist auch heute noch erhalten und es beherbergt seit 1957 ein Museum. Hier taucht man in das Leben von Franz Xaver Gruber vor 200 Jahren ein.

 

© Kathrin Gollackner – SalzburgerLand Tourismus / Arnsdorf

 

Oberndorf: Wo das Lied erstmals erklang

 

Unweit von der Stadt Salzburg entfernt liegt das Städtchen Oberndorf im Flachgau. Hier ertönte das Lied am 24.12.1818 erstmals in der Christmette in der St. Nikolaus Kirche – in Begleitung einer Gitarre.

 

Den Stille-Nacht-Ort Oberndorf erleben: Die originale Kirche fiel Hochwasserschäden zum Opfer, jedoch wurde an derselben Stelle später die sogenannte Stille-Nacht-Kapelle errichtet. Heute befindet sich im nebenstehenden Pfarrhof das Stille-Nacht-Museum. 

 

© TVB Oberndorf, Stille Nacht Kapelle

 

Hallein: Wo das Lied seine Orgelbegleitung fand

 

1835 erfüllte sich für Franz Xaver Gruber ein Herzenswunsch: Er erhielt eine Stelle in der Pfarrkirche von Hallein, wo er sich als Chorregent, Choralist und Organist nun voll und ganz der Musik widmen konnte. Rege komponierte und schuf er weitere musikalische Werke. „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ bewegte ihn weiterhin und er schrieb 1836 eine Orgelbegleitung für das Lied.

 

Den Stille-Nacht-Ort Hallein erleben: Im Advent kann man das Leben von Franz Xaver Gruber in einem schauspielerischen und unterhaltsamen Rundgang durch Hallein kennenlernen. Auch hier gibt es ein Stille-Nacht-Museum, das eine hervorragende Dokumentation des Weihnachtsliedes zeigt.

 

© Kathrin Gollackner – SalzburgerLand Tourismus / Hallein

 

Fügen: Von wo aus Stille Nacht! Heilige Nacht! weltbekannt wurde

 

Regelmäßig reiste der Orgelbauer Carl Mauracher aus seiner Heimat Fügen nach Oberndorf um die hiesige Orgel zu reparieren. Bei einem seiner Besuche lernte er auch Franz Xaver Gruber und das Lied Stille Nacht! Heilige Nacht! kennen. Carl Mauracher ist es zu verdanken, dass das Lied damals ins Zillertal kam.

 

Später trugen hochmusikalische Sängerfamilien das Lied Kaiser Ferdinand I. und seinen Gefolgsleuten im Schloss Fügen vor. Die heute als „Zillertaler Nationalsänger“ bekannten Musiker brachten die Melodie kurze Zeit später nach Russland und in viele andere Länder. Auf diese Weise verbreiteten sie „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ weltweit.

 

Den Stille-Nacht-Ort Fügen erleben: Im Heimatmuseum befindet sich die weltweit größte bekannte Schallplattensammlung des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Viele der tausenden Tonträger können beim Besuch einfach mit Hilfe eines Smartphones abgespielt werden.

 

© Stille Nacht – Tirol Werbung GmbH, Museum in der Widumspfiste Fügen

 

Steyr: Wo Stille Nacht! Heilige Nacht! zum ersten Mal gedruckt wurde

 

Erst 2016 wurde in einem Antiquariat in Wien ein Druck gefunden, das auf „Vier schöne neue Weihnachtslieder“ und „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ verweist. Dieses Titelblatt wurde in Steyr von Buchdrucker und -händler Joseph Greis zwischen 1827 und 1832 hergestellt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde der Liedtext von ihm damals als Erster gesetzt und von Hand gedruckt.

 

Den Stille-Nacht-Ort Steyr erleben: Im Österreichischen Weihnachtsmuseum ist seit diesem Jahr eine Replik des ersten Druckes von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ zu sehen. An Adventwochenenden trifft man hier auch das Christkind an. Apropos Christkind, in der Vorweihnachtszeit unbedingt auch die Ortschaft Christkindl besuchen und einen Brief beim Sonderpostamt ans Christkind schicken. 

 

© Oberösterreich Tourismus – Steyr

 

Und wer noch nicht genug hat, findet hier noch sechs weitere Orte, die in Zusammenhang mit dem weltbekannten Lied stehen. Wir wünschen eine wunderbare Reise durch die faszinierende Geschichte von „Stille Nacht“!

 

Titelbilder: © SalzburgerLand Tourismus | Anglickler und © TVB Oberndorf, Stille Nacht Kapelle