„Fliegen macht Spaß, bewirb dich!“, diese Worte gab Flugbegleiterin Martina ihrer Tochter Marlies nach der Matura mit. Seitdem fliegen die beiden – oft auch gemeinsam – durch die Welt. Wir haben uns mit den beiden getroffen und über ihre Familiengeschichte geplaudert:

 

Marlies, wie kam es denn, dass du dich für den Beruf der Flugbegleiterin entschieden hast? Und wie ist es mit Mama den Arbeitsplatz zu teilen?

 

Marlies lacht und schmunzelt: Diese Frage wird mir tatsächlich sehr oft gestellt. Ich bin mit der Fliegerei groß geworden, denn nicht nur meine Mama fliegt, sondern auch mein Papa. Er war lange Zeit Pilot bei Austrian Airlines. Ich fand es total cool was meine Mama und auch mein Papa beruflich machen. Beide sind immer viel herumgekommen, haben die aufregendsten Geschichten erzählt und mir immer wieder gute Einblicke in Kabine und Cockpit gewährt. Das hat mich natürlich geprägt. Allerdings wollte ich nicht immer Flugbegleiterin werden – sogar im Gegenteil. Kurz nach meiner Matura hat mir meine Mama dann gesagt: „Wir suchen Leute! Fliegen macht Spaß, bewirb dich doch.“

 

Martina, wie lange bist du bereits in den Lüften unterwegs und was macht dieser Beruf für dich aus?

 

Ich fliege seit 1988 und der Job bereitet mir nach wie vor große Freude. Ganz besonders ist für mich der große KollegInnenkreis – es freut und ehrt mich ein Teil davon zu sein. Über die Jahre haben sich auch viele schöne Freundschaften entwickelt.

 

Außerdem fasziniert mich immer noch dieser internationale Flair, wie auch die schönen Stehtage und die wunderbaren Begegnungen.

 

Flugbegleiterinnen Marlies und Martina Winkler

 

Marlies, und seit wann fliegst du? Was macht das Fliegen für dich so besonders?

 

Wie die Zeit vergeht! Ich fliege jetzt auch schon beinahe fünf Jahre. Im Dezember 2013 habe ich mit meinem Basiskurs begonnen und bereue diese Entscheidung keine Sekunde.

 

Durch meine familiäre Vorgeschichte ist und bleibt die Fliegerei etwas ganz Besonderes. Ich führe somit meine Familientradition fort und freue mich auch immer wieder mit KollegInnen zu fliegen, die auch meine Eltern kennen. Es ist immer wieder lustig, wenn ich mich als Winkler Tochter oute – die Kollegen erzählen dann immer gerne Geschichten von damals als sie gemeinsam mit Mama und Papa auf der MD80 geflogen sind.

 

 

Wohin fliegt ihr denn am liebsten?

 

Marlies: Auf der Langstrecke ist das eindeutig Chicago. Innerhalb Europas dann doch am liebsten nach Innsbruck. 

 

Martina: Innsbruck ist auch meine liebste Strecke! Das herrliche Panorama, das einem in Tirol geboten wird ist einfach traumhaft.

 

Hattet ihr schon das Vergnügen gemeinsam am selben Flug im Einsatz zu sein?

 

Marlies lacht wieder: Das werden wir auch sehr oft gefragt. Natürlich hatten wir schon gemeinsame Flüge und ich fliege sehr gerne mit meiner Mama. Unseren ersten gemeinsamen Flug hatten wir kurz nach meinem Basiskursabschluss. Wir arbeiten dann natürlich immer als 2er, ich bin dann ihre rechte Hand. Gemeinsam sind wir ein eingespieltes Team, ich sage auch „Mama“ zu ihr am Flieger.

 

Martina schmunzelt: Einmal hatten wir beide Standby und wurden für ein und denselben Flug zugeteilt. Aber auch gemeinsame Stehtage hatten wir bereits. Da waren wir gemeinsam in Tel Aviv und auch meine große Tochter Annika war mit dabei. Das war ein unvergessliches Erlebnis!

 

 

Habt ihr denn eine ganz besondere Erinnerung an einen gemeinsamen Flug?

 

Marlies: Durchaus! Wir haben uns einmal einen gemeinsamen Flug nach Lefkas gewünscht, um meinen Papa vom Segeln abzuholen. Unser Plan ging voll auf und Papa hat sich sehr gefreut! Weiters konnten die Passagiere ihren Ohren nicht trauen, als ich zu meiner vermeintlichen Kollegin „Mama“ gesagt habe.

Martina: Ja, genau so war´s!

 


Offenbar gibt es das Austrian Airlines Gen wirklich. Wenn du dich ebenso für den Beruf der FlugbegleiterInnen interessierst, findest du hier einige Informationen.