Warum schmeckt Tomatensaft im Flugzeug so gut? Wie lang ist die weiteste Non-Stop Flugstrecke? Und ist Fliegen wirklich die sicherste Art, sich fortzubewegen? Wir sind zehn Mythen rund ums Fliegen auf den Grund gegangen.

 

Piloten und Co-Piloten essen unterschiedliche Gerichte.

Fakt. Hier handelt es sich zwar nicht um eine offizielle Regelung, allerdings wird von vielen Airlines empfohlen, dass Pilot und Co-Pilot nicht dasselbe essen. So wird vermieden, dass beide gleichzeitig eine Lebensmittelvergiftung oder sensible Reaktion auf eine Speise haben und zumindest einer der beiden einsatzfähig bleibt. Andere Airlines empfehlen ihrem Personal, wenigstens zu unterschiedlichen Zeiten zu essen.

 

 

Die Klimaanlage verbreitet Keime in der Luft.

Mythos.  Klimaanlagen in Flugzeugen leisten Schwerstarbeit. Aufgrund der extremen Außenbedingungen müssen sie nicht nur die Temperatur, sondern auch den Luftdruck und die Luftfeuchtigkeit regulieren. Die hochspezialisierten Luftfilter sammeln außerdem Bakterien, Viren und Staub aus der Luft und lesen sogar Geruchspartikel aus der Kleidung von RaucherInnen aus. Die Luftfilter sind so effektiv, dass die Luft im Flugzeug sogar sauberer ist als in den meisten Einkaufszentren.

 

Es gibt keine 13. Reihe in einem Flugzeug.

Fakt. Nun, zumindest teilweise. In den Flugzeugen von Austrian Airlines, Lufthansa und vielen weiteren Airlines aus Kulturen, in denen die Zahl 13 als Unglückszahl gilt, wird tatsächlich auf die 13. Reihe verzichtet, da viele Passagiere so ungern hier sitzen.

 

 

Piloten vermeiden, über das Bermudadreieck zu fliegen.

Mythos. Das Bermuda Dreieck liegt in der nördlichen Karibik. Das Seegebiet erlangte seine Berühmtheit durch den Mythos, dass hier scheinbar besonders viele Schiffe und Flugzeuge einfach unter mysteriösen Umständen „verschwanden“. Dies führte zu äußerst phantasievollen Erklärungsversuchen wie Entführungen durch Außerirdische oder Ähnliches. Und da es sich hier eindeutig um einen Mythos handelt, macht natürlich kein Pilot einen großen Bogen um diese Gegend, sondern fliegt einfach darüber hinweg.

 

Tomatensaft schmeckt in der Luft besser.

Fakt. Forscher am Fraunhofer-Institut  haben schon 2010 herausgefunden, dass der Geschmack von Tomatensaft am Boden als eher schal wahrgenommen wird, hoch über den Wolken allerdings als süß, fruchtig und viel mehr nach Tomaten. Das liegt am geringeren Luftdruck im Flugzeug, was wiederum unseren Geschmackssinn beeinflusst. Allerdings kann auch der Nachahm-Effekt eine Rolle dabei spielen, dass Tomatensaft, nach Wasser, das beliebteste On-Board Getränk ist.

 

Tomatensaft schmeck in der Luft besser

 

Flugrouten von Westen nach Osten erlauben höhere Geschwindigkeiten.

Fakt. Das liegt an den sogenannten Jet Streams. Das sind extrem starke Höhenwinde, die mit bis zu 200 bis 500 km/h um unseren Planeten rauschen. Die Erde rotiert von West nach Ost, und ist ein Flugzeug in derselben Richtung unterwegs, kann es diese Winde nutzen. Im Gegensatz dazu blockieren die Jetstreams jene Flieger, die in Gegenrichtung unterwegs sind.

 

Flüge von Osten nach Westen verursachen weniger Jetlag.

Fakt. Bei Reisen Richtung Osten verkürzt sich unser Tag, wir „ verlieren“ also Zeit. Das bedeutet, dass sich unsere innere Uhr zurückstellen muss um sich anzupassen. Einfacher ist die Reise nach Westen: Hier „gewinnen“ wir Zeit und unsere innere Uhr muss einfach nur etwas gemütlicher ticken. Wie gut wir eine mehrstündige Zeitverschiebung wegstecken, hängt auch davon ab, welcher Schlaftyp wir sind: Nachteulen tun sich leichter mit Reisen nach Westen, Frühaufsteher mit Reisen gen Osten.

 

Flüge von Osten nach Westen verursachen weniger Jetlag

 

Während eines dreistündigen Fluges verliert der Körper 1.5 Liter Wasser.

Fakt. Als Daumenregel können wir uns vorstellen: Beim Fliegen verlieren wir etwas so viel Flüssigkeit wie beim Joggen, nur ganz ohne Schwitzen sondern über die Haut und über die Atmung. Auch das Wetter hat einen Einfluss auf unseren Flüssigkeitsverlust. Genauso wie auf dem Boden verlieren wir an einem heißen, trockenen Sommertag mehr Flüssigkeit als an einem kühlen Herbsttag. Also: viel Wasser trinken – und keine Angst vor der Klopause, die Bewegung ist gerade bei Langstreckenflügen sehr wichtig.

 

Handys stören die Bordelektronik

Mythos. Früher dachte man das. Aber heute weiß man, dass Handys, Smartphones & Co. keinen Einfluss auf die Bordelektronik haben. Seit Mitte 2014 erlaubt die Europäische Aufsichtsbehörde für Flugsicherheit (EASA) die Nutzung elektronischer Geräte sofern es auch von der Fluglinie erlaubt wird.

Wir installieren derzeit auf unserer A320-Flotte myAustrian FlyNet. Ab April können sich unsere Passagiere mit drei verschiedenen, kostenpflichtigen Servicepaketen an Bord mit dem Internet verbinden. Telefonieren ist allerdings nach wie vor verboten, aber nicht aufgrund technischer Faktoren, sondern um die Nerven der anderen Flugzeug-Gäste zu schonen.

 

Elektronik an Bord

Handys an Bord

 

Ein Flugzeug ist das sicherste Transportmittel.

Mythos. Richtig ist, dass ein Flugzeug auf der Liste der sicheren Transportmittel ganz oben steht. Sicherer ist nämlich nur der Aufzug. Damit kommt ihr allerdings nicht mal annähernd so weit.

 

Haben wir euch Lust aufs Fliegen gemacht? Dann gebt gleich euer Lieblingsziel in die Buchungsmaske ein und testet selbst, wie gut euch Tomatensaft hoch über den Wolken schmeckt!