Die US-Metropole Miami im Süden Floridas wird häufig das Tor zur Karibik genannt. Kein Wunder! Ist doch gerade der Stadtteil South Beach bekannt für kilometerlange Strände, Palmen, schöne Menschen und Sonnenschein das ganze Jahr über. Doch was hat Miami Beach all jenen zu bieten, die plötzlich keine Lust mehr auf Sonnenbaden am Strand haben? Diese Frage stellte sich Florian vom Reiseblog Travel Pins. In einem Gastbeitrag gibt er Tipps für einen Tag in Miami (fast) abseits vom Strand…

 

Welcome to Miami!

 

Fünf Tage in Miami sollten den Abschluss eines großartigen Roadtrips durch die Halbinsel Floridas bilden. Von Orlando fuhr ich mit dem Mietauto über Cape Canaveral am Atlantik quer hinüber an die weißen Sandstränden an der Golfküste, hinunter über die fast ausgetrockneten Everglades zu den spektakulären Sonnenuntergängen auf Key West. Entsprechend sonnenverwöhnt kam ich nach 10 Tagen in Miami an und stellte fest: Ich habe keine Lust mehr auf Nichtstun am Strand, zumal mir der heiße Sand fast die Fußsohlen verbrannte. Welcome to Miami!

 

© Travel Pins

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Morgensport in Miami Beach

 

Zugegeben, am angenehmsten ist Miami Beach definitiv in den frühen Morgenstunden, wenn entlang des berühmten Ocean Drive noch verhältnismäßig wenig los ist. Kurz nach Sonnenaufgang ist außerdem die perfekte Tageszeit für sportliche Aktivitäten außerhalb des Wassers. Daher schwing dich auf ein Fahrrad oder schnapp dir ein Longboard und cruise gemütlich den Boardwalk neben dem Ocean Drive entlang. Wer sich einer kostenlosen Yoga-Class anschließen möchte, hat täglich um 7 Uhr auf Höhe der 3rd Street Gelegenheit dazu. Wenn du selbst dabei nicht genug ins Schwitzen kommst und noch mehr für deinen Körper tun möchtest: Auch diverse Outdoor-Fitnessgeräte und Laufstrecken findest du entlang der Strandabschnitte von South Beach.

 

Kultur & Museen für Kunstliebhaber im Art Deco District

 

Frisch geduscht wird es Zeit für etwas kulturelles Sightseeing. Im historischen Art Deco District findest du nicht nur über 1.000 sehenswerte Gebäude im gleichnamigen, markanten Design- & Architektur-Stil der 1930er und 1940er, sondern auch viele spannende, teils auch kuriose Museen. So zum Beispiel das World Erotic Art Museum der Kunstsammlerin Naomi Wilzig. Die laut eigenen Angaben umfangreichste Sammlung erotischer Kunst in Nordamerika reicht von antik-mythologischen Darstellungen, über neuzeitliche Zugänge zur Erotik aus Europa, Asien und dem Orient bis hin zu surrealen Exponaten und skurrilen Möbelstücken. Darunter findet sich zum Beispiel ein handgefertigtes Bett mit Phallussymbolen.

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Wer etwas konservativere Kunst bevorzugt, findet in unmittelbarer Nähe außerdem noch das Wolfsonian Art Museum, das in wechselnden Ausstellungen den Einfluss von Kunst im Bezug auf den sozialen, historischen und technologischen Wandel zeigt. Ebenso nicht weit entfernt liegt das Jewish Museum of Florida.

 

Ein weiteres sehenswertes Kunstmuseum befindet sich im Norden von South Beach: Das Bass Museum of Art fokussiert nicht nur auf zeitgenössische Kunst, der zum Teil viel Platz zum Wirken gegeben wird, es gibt auch eine Mumie samt Sarkophag und einige Renaissance-Werke in einer Dauerausstellung zu sehen.

 

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Lunch time & Shopping in der Lincoln Road

 

Nach den vielen Eindrücken in den gut klimatisierten Museen bekam ich Hunger. Mehr oder weniger zufällig stolperte ich in ein Lokal in der Alton Road, gleich ums Eck von der größten Shopping Mall von South Beach. Nicht viele Touristen kommen in sein Restaurant, die meisten gehen in ein Lokal am nahen Ocean Drive, erzählte mir Basri, der türkische Besitzer des Lokum. Die meisten seiner Gäste arbeiten in den Geschäften der Lincoln Road, weshalb es mittags schon mal etwas voller sein kann. So herzlich wie hier wurde ich noch in keinem Lokal in Florida behandelt. Kein Vergleich zur oft übertrieben gespielten Freundlichkeit vieler Amerikaner. Die mediterranen Speisen werden frisch zubereitet, weshalb es auch etwas länger dauert, wofür sich Basri aber auch gleich entschuldigte und mir zur Wiedergutmachung eine türkische Dessert-Variation „zum Probieren“ anbot.

 

 

In der Lincoln Road, nur wenige Gehminuten entfernt, befindet sich die bekannteste Einkaufsstraße in South Beach. Gerade die Fußgängerzone zwischen der Alton Road und Washington Avenue lädt zu einer kleinen Shopping-Tour durch die (natürlich) klimatisierten Geschäfte vieler internationaler und US-Marken ein. Wem das zu anstrengend ist, setzt sich in den Gastgarten eines der Cafés und beobachtet einen Moment lang das Treiben.

 

Straßenkunst an den Wynwood Walls

 

In einem Reiseführer las ich über die Street Art Szene von Miami, die ihr Zentrum im Stadtviertel Wynwood hat, genauer gesagt zwischen der NW 25th und 26th Street. Mit dem Mietauto ist es von South Beach in knapp 20 Minuten zu erreichen.

 

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Im einstigen Gewerbegebiet tummeln sich mittlerweile viele Kunstliebhaber in den Galerien und kleinen Cafés des Viertels, besonders während der Art Basel Kunstmesse Anfang Dezember, sowie jeden zweiten Samstag im Monat, wenn die Galeristen zum kostenlosen „Art Walk“ einladen. Aber auch abseits dieser Events ist Wynwood einen Besuch Wert. Als Fan der Straßenkunst waren die Wynwood Walls mein Highlight, da hier die Werke von weltbekannten Künstlern wie Shepard Fairey oder Invader an den Mauern zu sehen sind.

 

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Die Wynwood Walls sind ein eigener Komplex mit sechs Hauptgebäuden, der durch ein schwarzes Tor mit der gleichlautenden Aufschrift betreten werden kann, so dass man ihn kaum verfehlen kann.

Tipp: Wenn du dir abends dein Essen selbst zubereiten möchtest, halte in Wynwood Ausschau nach kleineren Bio-Supermärkten. Dort bekommst du nämlich auch (gesunde) Lebensmittel zu recht vernünftigen Preisen, die du sonst in typischen US-Supermärkten vergeblich suchst.

 

Ausgehen in Miami

 

Du möchtest nach einem entspannten Dinner, entweder selbst gekocht oder in einem der Lokale in Wynwood oder Miami Beach, noch ausgehen? Die angesagtesten Clubs in Miami findest du abermals in South Beach. Dazu zählen das Clevelander am Ocean Drive, das LIV in der Collins Avenue oder das Mansion in der Washington Avenue. Für alle drei gilt: Eintritt nur mit gültiger ID und Kleidung nach Dresscode. Shorts sind ein No Go!

 

Tipp: Erkundige dich bei deiner Unterkunft nach speziellen Konditionen bei einzelnen Clubs. Gerade Hostels in South Beach organisieren häufig abendliche Club-Touren für ihre Gäste, wodurch man sich das lange Anstehen vor dem Türsteher erspart.

 

Lust bekommen auch nach Miami zu reisen? Dann los! Hier geht’s zu den Flügen: