Unser Fan Heidi hat für sich eine der schönsten Inseln des Mittelmeers entdeckt: Korsika! Was sie alles dort erlebt hat und warum sie sich schließlich sogar verliebte, erfahrt ihr heute im ersten Teil ihres Camping-Reiseberichts.

 

 

Freunde behaupten, dass ich mit Spontaneität nichts am Hut habe, dabei kann ich durchaus spontan sein. Allerdings fühle ich mich mit einem Plan B in meiner (Reise-)Tasche wohler. Diese Einstellung hat sich auch im Zuge meiner letzten Reise bewährt – aber zuerst zur Vorgeschichte:

 

Irgendwann bildete ich mir ein, dass ich Korsika sehen muss. Weil geteilte Erinnerungen aber mindestens doppelt so schön sind, zeigte ich Freunden meinen Korsika-Reiseführer und ein paar Broschüren, die ich im Vorfeld angefordert hatte und schon waren auch sie Feuer und Flamme. Die Vorbereitungen bestanden hauptsächlich darin, einen Flug plus Mietwagen zu organisieren, ein Zelt zu kaufen sowie die Campingausrüstung aufzustocken und uns eine ungefähre Route zu überlegen. (Meine heimliche Fleißaufgabe bestand darin, dass ich ein paar Campingplätze recherchiert habe, wo auch Hunde erwünscht sind – also Plan B – da ein befreundetes Pärchen ihren Liebling auch im Urlaub bei sich haben wollte.)

 

Die Ostküste: Von Bastia bis Solenzara

 

Mit Austrian Airlines ging es erst einmal nach Florenz und dann via Mietwagen und Fähre nach Korsika. So kamen wir also Mitte August auf Korsika in Bastia an und verbrachten die ersten drei Tage auf dem Campingplatz San Damiano in Biguglia.

 

Ostküste

Ostküste

 

Ausblick auf Lido de Marana bei Bastia

Ausblick auf Lido de Marana bei Bastia

 

Heiß, stickig und enorm unbequem – so würde ich die erste Nacht und das Erwachen auf Korsika beschreiben. Erfrischen konnten wir uns aber im kühlen Meer, das sich nur wenige Schritte von unserem Standplatz entfernt befand. Der Campingplatz war zudem ein guter Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Bastia: Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten dieser Hafenstadt zählen die Kapelle Saint-Roche, die Place du Marché mit der Barockkirche Saint-Jean-Baptiste und natürlich die Altstadt mit ihren kleinen, charmanten Gässchen und bezaubernden Innenhöfen. Wer Lust auf ein Eis hat, wird auf der Place Saint-Nicolas in einem der zahlreichen Restaurants und Cafés fündig, allerdings zu „touristischen“ Preisen.

 

Innenhof in Bastia

Innenhof in Bastia

 

Napoleon und Heidi am Place Saint-Nicolas

Napoleon und Heidi am Place Saint-Nicolas

 

In Biguglia holten wir uns noch den Sonnenbrand des Jahrhunderts (bitte nicht nachmachen!) und etliche Gelsenstiche, bevor wir wieder aufbrachen und die Ostküste entlang fuhren. Korsikas Ostküste ist geprägt von kleinen Ortschaften, langen Sandstränden und unzähligen Campingplätzen. Einheimische empfahlen uns das Weingut „Président“, allerdings hatten wir aufgrund der Hitze keine große Lust auf Weinverkostungen. Ein kurzer Zwischenstop in Aléria musste trotzdem sein. In der Antike war sie mit fast 20.000 Einwohnern die größte Stadt der Insel, heute erinnern nur noch Ausgrabungen und die genuesische Festung „Fort Matra“ daran.

 

Aléria

Aléria

 

Der letzte größere Ort an der Ostküste ist das hübsche Solenzara, wo wir das zweite Mal unsere Zelte aufschlugen. Die Küste scheint im Gegensatz zu anderen Gegenden eher unspektakulär, dafür ist sie mit den feinen Sandstränden und dem seichten Einstieg ins Meer kindertauglich.

 

Das Schildkrötendorf „A Cupulatta“ in Véro bei Ucciani ist auch für einen Ausflug mit Kindern empfehlenswert, weil es wirklich viel zu entdecken gibt. Die Farm liegt im Landesinneren und nicht direkt an der Küste.

 

A Cupulatta

A Cupulatta

 

Bonifacio im Süden: Ich kam, sah und verliebte mich

 

Direkt im Anschluss daran ging es weiter an die südlichste Spitze Korsikas nach Bonifacio, dessen mittelalterliche Altstadt sich auf einer aus Kalkstein bestehenden Landzunge befindet. Katzen, enge Gassen, steile Treppen und alte, aber wunderschöne Wohnhäuser prägen das Stadtbild. Von der Festung aus hat man den besten Ausblick auf die schroffe Steilküste.

 

Hafen von Bonifacio

Hafen von Bonifacio

 

Panorama-Ausblick auf Sandsteinklippen und Grotten (und Heidi)

Panorama-Ausblick auf Sandsteinklippen und Grotten (und Heidi)

 

Naschkatzen kommen in der Hafenstadt aber auch nicht zu kurz: Im „Les Bonbons du Corsaire“ befinden sich wahre Zuckerschätze, nämlich Gummitiere und allerlei andere Süßigkeiten, in leeren Rumfässern.

 

Auf süßer Schatzsuche im Les Bonbons du Corsaire

Auf süßer Schatzsuche im Les Bonbons du Corsaire

 

Sardinien liegt übrigens nur 12 Kilometer entfernt von Bonifacio, daher würde sich ein Tagesausflug bestimmt auszahlen. Ich wage zu behaupten, dass es schier unmöglich ist, sich nicht in diese Stadt zu verlieben…

Belebte Gasse in der mittelalterlichen Altstadt von Bonifacio

Belebte Gasse in der mittelalterlichen Altstadt von Bonifacio

 

Bonifacio

Bonifacio

 

Bleibt dran! Im zweiten Teil von Heidis Reisebericht erobert sie die Westküste, testet das typische korsische Kastanienbier und darf endlich ihren Plan B auspacken … 😉