Ab geht’s an die Westküste: Nachdem sich Austrian Airlines-Fan Heidi im ersten Teil ihres Reiseberichts bereits in den Süden von Korsika verliebt hat, erobert sie im zweiten Teil auch die Westküste. Hier hat sie nun auch endlich die Möglichkeit, das berühmte korsische Kastanienbier zu probieren und ihren Plan B auszupacken. Lest selbst! 😉

 

 

Die Westküste – Kastanienbier, „korsische Gemütlichkeit“ und mein Plan B

 

Schweren Herzens verließen wir Bonifacio und machten uns auf den Weg nach Ajaccio, Hauptstadt der Mittelmeerinsel und Geburtsort Napoléon Bonapartes. Die Westküste überraschte im Gegensatz zur Ostküste mit einer abwechslungsreichen Landschaft: Wälder, Felsen, Stein- und Sandstrände zeichnen die Gegend aus. Wir pausierten in Propriano, einem kleinen Fischerdorf, das am Golf de Valinco liegt. Der Plage de Porto Pello westlich der Tavaro-Mündung ist vor allem bei Kite- und Windsurfern beliebt.

 

Stadtstrand von Ajaccio

Stadtstrand von Ajaccio

 

Maison Bonaparte

Maison Bonaparte

 

In Ajaccio war es dann so weit: Nach mehr als sieben Tagen auf der Insel probierten wir das Kastanienbier Pietra, eine korsische Spezialität. Meine Freunde stärkten sich mit Wildschweinbraten (Obelix lässt grüßen) und ich fand Gefallen am „König des korsischen Käse“, besser bekannt als „Brocciu“. Dabei handelt es sich um Frischkäse, der sowohl pikant als auch süß zubereitet werden kann. In früheren Zeiten galt eine Verlobung beim ersten Bissen in einen Brocciu-Krapfen als besiegelt. Weniger romantisch, dafür genauso interessant sind das Palais Fesch, die Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption, die Zitadelle und natürlich das Bonaparte-Haus, das mittlerweile ein gutbesuchtes Museum ist.

 

Das typisch korsische Kastanienbier Pietra

Das typisch korsische Kastanienbier Pietra

 

Um an unseren nächsten Aufenthaltsort, Porto, zu gelangen, mussten wir über holprige Bergstraßen und durch enge Pässe. Der Fahrstil der Einheimischen erleichterte diese Anreise nicht, denn was man den Korsen in Sachen Gemütlichkeit unterstellt, trifft auf ihr Verhalten im Straßenverkehr nicht zu. Die teilweise anstrengende Fahrt machte sich aber spätestens in der Calanche bezahlt: Felsen aus rötlichem Granit leuchten feurig in der Abendsonne und zeigen den 1983 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannten Naturpark von seiner schönsten Seite.

 

Enge Straßen führen durch das UNESCO Weltnaturerbe Calanche

Enge Straßen führen durch das UNESCO Weltnaturerbe Calanche

 

Zahlreiche Ausblickspunkte laden zum Verweilen ein

Zahlreiche Ausblickspunkte laden zum Verweilen ein

 

Porto selbst ist ein kleiner Ort, der von zahlreichen Eukalyptus-Bäumen gesäumt wird. Hier kam auch endlich mein Plan B zum Einsatz: Im Gegensatz zur Ostküste befinden sich in dieser Gegend kaum Campingplätze und viele von ihnen verbieten Haustiere. Ich zückte also triumphierend meine Liste, welche uns zum Campingplatz „Les Oliviers“ führte.

 

Porto

Porto

 

Sehenswert sind der Genueserturm aus dem 15. Jahrhundert und der Strand am Golf von Porto. Kieselsteine, aus denen der Strand hauptsächlich besteht, laden allerdings nicht zum gemütlichen Sonnenbaden auf Handtüchern ein.

 

Genueserturm aus dem 15. Jahrhundert

Genueserturm aus dem 15. Jahrhundert

 

Sonnenuntergang in Porto

Sonnenuntergang in Porto

 

Die letzten Tage auf der Insel der Schönheit

 

„Nur noch drei Tage, dann geht es wieder zurück nach Österreich“, stellten wir wehmütig fest. Bevor wir uns von Korsika verabschiedeten fuhren wir noch nach L’Île-Rousse, wo wir uns den Leuchtturm Piétra ansahen und letzte Mitbringsel für die Daheimgebliebenen besorgten.

 

L’Île-Rousse

L’Île-Rousse

 

L’Île-Rousse

L’Île-Rousse

 

 Dieser kurze Abstecher war dann bereits das letzte Ausflugsziel auf unserer gemeinsamen Reise, denn die letzten Tage verbrachten wir auf einem Campingplatz in der Nähe von Calvi, wo wir uns noch einmal die Sonne auf den Bauch scheinen und die letzten beiden Wochen Revue passieren ließen.

 

Avvèdeci!

Avvèdeci!

 

Nachdem ich zu Hause mittlerweile auch den letzten Sand entfernt und die Bilderflut in eine halbwegs sinnvolle Ordnung gebracht habe, kann ich resümierend Folgendes sagen:

 

Man sollte immer (wirklich immer!) einen Plan B in der Tasche haben, Anti-Gelsen-Mittel am besten schon bei der Abreise in Österreich auftragen, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor einpacken (und im Optimalfall auch verwenden) und nicht unbedingt im heißesten Monat des Jahres Korsika entdecken wollen. Außerdem sind zwei Wochen definitiv zu kurz, um die schönste aller Inseln zu erkunden. Deswegen: Wir kommen wieder und suchen nach Osolemirnix. Avvèdeci!