Wie man bei einem Flugzeug die Reifen wechselt, haben wir euch bereits hier gezeigt. Wenn es kalt wird, haben unsere Flugzeuge aber einen ganz besonderen Boxenstopp vor sich: das De-Icing! Hierfür ist eine eigene Flotte zuständig – die so genannte Enteiser-Flotte. Im letzten Winter wurde diese Flotte modernisiert und aufgerüstet: Was die neue Flotte leistet und welche Herausforderungen die Enteisung eines Flugzeugs mit sich bringt, zeigen wir euch hier.


 

Wir stellen vor…

 

… die neue Enteiser-Flotte! Ohne diese gelben Helfer wäre das De-Icing nicht möglich – letztes Jahr wurde die Flotte auf den neuesten Stand gebracht: „Der Airport hat im Vorjahr seine Enteiser-Flotte modernisiert. In der Winter-Saison 2012/13 kamen nicht nur neue Fahrzeuge zum Einsatz, sondern es wurden auch die angewandten Mischverhältnisse der Enteisungsmittel auf unseren Wunsch den laufenden Veränderungen der Wetter und Klima Verhältnisse angepasst. Das Resultat waren Mischverhältnisse mit sehr hohem Wasseranteil“, erklärt Matthias Pindor, der als Manager De-/Anti-Icing & Ground Support Equipment für den De-Icing-Prozess verantwortlich ist.

 

Austrian Airlines

 

Ready for take-off? In der kalten Jahreszeit entscheidet der Pilot vor jedem Flugantritt, ob und welche Enteisung notwendig ist. Bei der Enteisung (De-Icing) werden sämtliche Vereisungen oder Schneeschichten am Flugzeug entfernt. Die Mischung macht’s: Das Enteisungsmittel beim De-Icing wird immer mit heißem Wasser vermischt und besteht zu 80 Prozent aus Glykol. Übrigens: nicht die Chemie bringt das Eis und den Schnee zum Schmelzen, sondern das heiße Wasser und der massive Druckstrahl. Außerdem sind unsere Enteisungsmittel biologisch abbaubar und ungiftig.

 

Austrian Airlines

 

Gut ausgerüstet: „Die Fahrzeuge der Enteiser-Flotte verfügen (abgesehen vom Treibstoff-Tank) über drei Tanks: heißes Wasser, Type I Enteisungsmittel (das gemeinsam mit heißem Wasser vorwiegend zum Enteisen des A/Cs verwendet wird) und Type II (das ist ein verdicktes Fluid das zum Schutz vor Wiedervereisung dient)“,  so Matthias Pindor.

 

Austrian Airlines

 

Zu warm, zu wenig Zeit: Die Herausforderungen beim De-Icing sind vielschichtig, so Matthias Pindor: Durch die eher milden Temperaturen im Vorjahr und starken Niederschläge (v.a. Schnee) war der Verbrauch des Type I enorm hoch. Durch den hohen Heißwasserverbrauch kamen die Enteisungsfahrzeuge schneller an ihre Grenzen als erwartet. Die Wassertanks mussten sehr oft nachgetankt werden. Zu diesem Zweck muss das Gerät das sogenannte Eis-Pad verlassen um zur Betankungsanlage zu gelangen. In dieser Zeit gibt es eine Versorgungslücke auf der Enteisungsposition und es kommt ev. zu unerwarteten Wartezeiten. Durch die Erkenntnis der letzten Saison haben wir mit dem Flughafen vereinbart die Tanks von Type I und Wasser zu tauschen. Außerdem wurde ein System eingerichtet, dass die Tankstände ständig beobachtet und bei Erreichen eines bestimmten Standes eine Warnung an den Koordinator abschickt. Dieser kann dann etwa bei Leerläufen ein frühzeitiges Auftanken der Tanks veranlassen.“

 

Austrian Airlines

 

Übrigens: Im Durchschnitt braucht man pro Flugzeug bei normaler Frostschicht zwischen 150 und 800 Liter Enteissungsflüssigkeit. Ist das Flugzeug massiv vereist, können es schon bis zu 8.000 Liter sein. Der Enteisungsprozess selbst dauert zwischen 3-30 Minuten, je nachdem ob nur der Flügelansatz leichten Frost aufweist oder ob man eine komplette Reinigung bei vorausgegangenem Schneefall benötigt.

 

 

Heuer kam die neue Enteiser-Flotte übrigens noch nicht so viel zum Einsatz: „Bis jetzt gestaltet sich die Enteisung aufgrund des milden und niederschlagarmen Winters als eher unspektakulär“, meint Matthias Pindor. Alles was es jetzt noch braucht, ist also ein kalter Winter. 😉 Noch mehr Fotos und Infos über das De-Icing findet ihr auch hier. Habt ihr noch Fragen? Gebt Bescheid!