81 Länder, 1 Million Meilen und ein Mann, der schon als Kind Santa Claus sein wollte. Das ist die einzigartige Geschichte des US-Amerikaners Michael Hampton Klein, der als Anhalter rund 40 mal die Welt umrundete – mit langem Bart, roter Mütze und dem Namen Santa Claus.

 

 

Süßes von Santa Claus

© Jork Weismann

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Michael Hampton Klein aus Maryland war sechs Jahre alt, als alles begann. Es war sein erster Schultag, als er damals Süßigkeiten an all seine Klassenkameraden verteilte. „Wer glaubst du eigentlich, wer du bist? Santa Claus?“, hatte ihn damals die Ordensschwester der katholischen Schule beim Verteilen unterbrochen und getadelt. Ein überzeugtes „Ja!“ bekam sie vom kleinen Michael als Antwort. „Und das war das erste Mal. Über die Jahre hat sich das alles ständig weiterentwickelt. Irgendwann begann mein Bart grau und immer länger zu werden. Und die Leute sagten plötzlich ich würde wie Santa Claus aussehen. Ein Teil von mir war aber immer schon Santa Claus gewesen“, erzählt Michael heute.

 

 

 

 

Per Anhalter 40 mal um die Welt

 

Seither ist viel passiert. 48 Staaten der USA und 81 Länder auf 6 Kontinenten hat Michael per Anhalter bereist. Seit 15 Jahren trägt er nur noch rote Kleidung und ist als „Travelling Santa“ unterwegs: „Zu Beginn war es nicht ganz so einfach. Du bist unterwegs und es ist Juli und du siehst aus wie Santa Claus. Die Leute fragten mich ständig, was mit mir los sei. Aber es gab den Menschen ein gutes Gefühl, was mir wiederum ein gutes Gefühl gab. Vorallem den Kindern“, erzählt Santa lächelnd.

 

© Jork Weismann

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„Alles was du lernen kannst, lernst du vom Reisen.“

Mit 13 fing Michael an, als Anhalter durch die Gegend zu reisen und hörte nicht mehr damit auf. Bis heute hat er eine Strecke von 1 Million Meilen zurück gelegt – das entspricht rund 40 Erdumrundungen. Was lernt man, wenn man so weit gereist ist? „Alles. Alles was du lernen kannst, lernst du vom Reisen. Reisen ist die größte Enzyklopädie, das größte Wörterbuch, das es in der Welt gibt. Ich sage den Leuten immer, ich habe einen Doktor in HBS – in Human Behaviour Science“, sagt Santa und lacht. „Ich kenne die Menschen sehr gut. Und ich kenne sie sehr schnell.“

 

© Jork Weismann

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Ein Zuhause in Wien

 

Vor drei Jahren kam Santa schließlich nach Wien. Und blieb. Seine Beine machten nicht mehr mit – seitdem fährt er mit seinem „Rudy Mobile“ durch die Gegend. Natürlich in rot. „Ich liebe die Freiheit in dieser Stadt. Wien ist eine tolle Stadt, was Freiheit betrifft. Du kannst überall hingehen, tun was du willst und es gibt so viele talentierte junge Menschen hier.“ Die nächsten Pläne? Seine Autobiografie zu Ende schreiben und hoffentlich wieder auf die Beine kommen. „Ich liebe es zu gehen. Das ist mein Sport. Mein Sport ist das Gehen. Die Leute können all die anderen Sportarten haben, mein Sport ist das Gehen.“

 

© Jork Weismann

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81 Länder: Welche fehlen ihm noch? „Genug! Sagt Google“, meint er schmunzelnd. „Aber ich würde gerne in die Ukraine, nach Georgien und nach Russland reisen. Und dann wieder zurück nach Wien. Und vielleicht end‘ ich dann ja am Zentralfriedhof“, sagt Santa und lacht wieder. Vorher würde Santa aber gerne seine Familie wieder sehen – die lebt nämlich in den USA. Mindestens 5 Jahre ist es her, als er seine Geschwister zum letzten Mal gesehen hatte. Zum Zeitpunkt dieses Interviews ahnte der liebe Santa jedoch noch nicht, das er dieses Jahr ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk erhalten würde ….

 

 

[stextbox id=“info“ caption=“Travelling Santa erzählt über sein Leben“ bwidth=“adb1b3″ color=“000000″ ccolor=“000000″ bcolor=“adb1b3″ bgcolor=“ceecfd“ cbgcolor=“adb1b3″ bgcolorto=“adb1b3″ cbgcolorto=“adb1b3″]In der Adventzeit war Santa der Mittelpunkt des Online-Adventkalenders von WienTourismus. In 24 Tagen erzählte er an verschiedenen Wiener Locations in kurzen Filmen 24 Storys über sein Leben. Am 24. Dezember wurde er von WienTourismus und Austrian Airlines mit einem besonderen Weihnachtsgeschenk überrascht: Zwei seiner Geschwister, ein Schwager und seine Nichte kamen zum ersten Mal zu ihm nach Österreich – nach 5 Jahren war die Familie wieder vereint![/stextbox]