Das Fliegen kennt keine Grenzen mehr – und die Liebe schon gar nicht! Fernbeziehungen über tausende Kilometer hinweg bekommen durch die Möglichkeit des Fliegens zumindest eine Chance. Dies betrifft vor allem Menschen, die im Flugbetrieb ihr Geld verdienen. Was sich alles im Privatleben verändern kann, wenn man das Fliegen liebt, erzählen euch unsere Flugbegleiter

 

Fernbeziehungen sind ein Phänomen der Moderne, gekennzeichnet durch Pendeln, Durchhaltevermögen und Leidenschaft. Besonders wer beruflich viel unterwegs ist, läuft Gefahr, sein Herz unterwegs zu verlieren – gleichzeitig wird die Beziehung aufgrund der ständigen Mobilität oft überhaupt erst lebbar. Wessen Familie über den Erdball zerstreut ist, der lebt oft in mehreren Städten, manchmal sogar Ländern.

 

 

Von einem Spagat zwischen zwei Welten kann Rie Miyoshi ein Lied singen: Die Flugbegleiterin lebt und arbeitet seit mehr als zwölf Jahren in Wien, ihr Herz verweilt jedoch im mehr als 9.000 Kilometer entfernten Osaka. „Ich habe mich für Wien und den Job bei Austrian Airlines entschieden, weil ich Österreich und das Fliegen liebe“, erzählt sie. „Daran hat sich nichts geändert, nur habe ich bei einem Heimatbesuch vor einiger Zeit durch Zufall meinen Mann kennengelernt – er lebt in Japan.“ Die weite Entfernung erlaubt es Rie Miyoshi meist nur einmal im Monat, nach Osaka zu reisen, dennoch würde sie ihr Leben in Wien nicht aufgeben: „Nein, ich hab meinen Job zu gern! Mir würden vor allem meine lieben Kollegen, aber auch das schöne Österreich fehlen. Zum Glück gibt es ja SMS und Skype.“

 

Austrian Airlines

 

„Es hält die Beziehung frisch“

 

Auch Andrea Obernberger pendelt zwischen Job und Partner, also Wien und Den Haag hin und her. Mit nur einem Neuntel der Distanz, der sich Rie Miyoshi und ihr Mann stellen müssen, ist eine Fernbeziehung jedoch nicht zwingend eine Einschränkung. „Es hält die Beziehung frisch“, strahlt die Flugbegleiterin. Seit mehr als sieben Jahren lebt die Oberösterreicherin nun schon in einer internationalen Beziehung, die für sie viele Vorteile bereithält. „Ich sehe meinen Partner alle zehn Tage in den Niederlanden und entscheide mich bei jedem Treffen erneut für die Beziehung“, strahlt sie. „Ich liebe meinen Job und möchte ihn nicht missen – da ist es gut, dass mein Freund beruflich ebenfalls viel unterwegs ist. Er ist Kameramann.“

 

Austrian Airlines

 

Geplant war die Beziehung jedoch ebenso wenig: Wir haben uns im Flugzeug kennengelernt – der Klassiker. Er war Passagier in der Business Class und wir kamen ins Gespräch; das gewisse Etwas war gleich zu Anfang da, “ erzählt sie. „Wir haben mittlerweile unsere eigene Sprache, eine Mischung aus Deutsch, Niederländisch und Englisch. Für einen Außenstehenden ist das oft schwer zu verstehen“, lacht sie. „Ohne meinen Job wäre die Beziehung mit Sicherheit schwerer zu verwirklichen, außer ich zöge nach Den Haag.“

 

„Mein Zuhause ist hier und in Japan“

 

Auch andere Teile des Privatlebens können sich durch den Job fundamental verändern. Seit 2001 vervollständigt Reina Tanaka als Austrian AirlinesJunior Cabin Crew Member bereits unser Austrian Team und gibt unsere rote Uniform so schnell nicht wieder her: „Die Welt wird kleiner und besser erreichbar. Ich reise unglaublich gerne, daher ist es für mich der perfekte  Job.“ Die aus Japan stammende Wahlwienerin hat rund elf Flugstunden von ihrer Heimat Yokohama entfernt eine zweite Heimat gefunden. „Mein Zuhause ist hier und in Japan. Ich lebe sehr gerne in Wien – allein für den guten Wein, den Käse und die österreichische Wurst. Zwar vermisse ich japanisches Essen schon manchmal, aber wenn ich daheim bei meiner Familie bin, fehlt mir die österreichische Kost“, so die Flugbegleiterin. „Leider ist mein Deutsch noch nicht ganz so gut. Die Österreicher sprechen alle viel zu gut Englisch, dass das Üben wirklich schwer fällt“, lacht sie. Ohne die Fliegerei und ihren Job bei Austrian könnte es sich Reina Tanaka jedoch kaum vorstellen, in Österreich zu leben. „Dann natürlich brauche ich eine Verbindung zu meiner Familie.“