In unserem heutigen Teil der Serie Ein Tag im Leben einer Crew geht es mit Kapitän Christian Auer zu einem Rundgang um die Maschine. Denn vor dem Abflug muss der Kapitän die A320 auf augenscheinliche Mängel checken. Schließlich liegen die Überprüfung der Funktionstüchtigkeit aller Systeme und somit auch die Sicherheit seiner Passagiere in seiner Verantwortung. Wir durften ihn auf dem Rundgang begleiten.

 

Lärm! Das ist es, was einem als erstes entgegen schlägt, wenn man die vergleichsweise ruhige Kabine der A320 verlässt. Die Ohren dröhnen, die Lautstärke der Triebwerke ist enorm – dabei wärmen diese sich gerade erst auf. Aber wenn Kapitän Christian Auer fragt, ob man bei einem Rundgang um das Flugzeug dabei sein möchte, fällt es schwer, nein zu sagen.

Doch bevor man das Flugzeug verlässt, braucht man erst eine Warnweste des Flughafen Wiens. Die gehört eigentlich Christian, aber dank seiner Uniform ist er auch außerhalb der Maschine gut als Austrian Airlines-Mitarbeiter zu erkennen. An den einsteigenden Passagieren vorbei geht es dann in die Gangway und durch die Mitarbeitertür raus zu den parkenden Flugzeugen. Ab jetzt sind Gespräche nur noch durch Gesten oder direkte Mund-an-Ohr-Kommunikation möglich. Alles andere verschluckt die Geräuschkulisse des Flughafen Wiens.

Fahrwerks- und Triebwerkscheck

Der erste Blick am Ende der Mitarbeitertreppe fällt auf das gigantische linke Triebwerk, das sich gerade für den Flug warm läuft. Kapitän Auer bleibt aber von der Situation unbeeindruckt. Mit geschultem Auge prüft er die Außenhaut des Flugzeugs und beugt sich dann zum vorderen Fahrwerk. Christian prüft die Hydraulik, die Verkabelung und das Fahrwerk auf augenscheinliche Fehler und Mängel. Dann geht es zur Spitze des Airbus. Ein Blick entlang der Längsachse, dann ein Blick zum Cockpit hoch – auch hier ist alles in Ordnung.

An der rechten Seite des Rumpfs geht es weiter. Hier bleibt Christian kurz stehen und greift an den Rumpf. Eine Delle vielleicht? Selbst kleinere Mängel im Rumpf können für aerodynamische Schwächen sorgen und sollten vom Piloten erkannt werden. Doch in diesem Fall ist die Maschine in tadellosem Zustand.

Christian Auer überprüft das Fahrwerk

Jetzt ist das rechte Fahrwerk an der Reihe. Auch hier prüft Christian Auer alle Systeme. Hinter dem Fahrwerk ist das Bodenpersonal damit beschäftigt, das Gepäck der Passagiere einzuladen. Nun ist auch das erste Triebwerk an der Reihe. Unser Kapitän stellt sich direkt vor die mannshohe Turbine und lehnt sich leicht den drehenden Rotorblättern entgegen. Dabei überprüft er sowohl die Innenseite der Turbine, als auch die Turbinenblätter auf Schäden. Dann ist die Außenhaut der Turbine dran.

Einladen, Checken und los geht‘s

Weiter geht‘s zur Unterseite des Flügels und zum hinteren Teil der Maschine. Hier hebt das Bodenpersonal gerade den letzten Container mit Gepäckstücken in den Rumpf der A320. Auch am Heck und an der Flosse kann Christian keine Mängel feststellen.
Vom Heck geht es wieder vor an den linken Flügel. Das letzte Fahrwerk und das zweite Triebwerk müssen noch überprüft werden. Von allen Seiten checkt Christian die Turbine, blickt in die Schubdüse und in den Einlauf des Strahltriebwerks.

Damit ist der Rundgang um das Flugzeug abgeschlossen. Daumen hoch, zeigt uns Kapitän Auer an. Alles in Ordnung. Kurz vor dem Einstieg in das Flugzeug dreht sich Christian noch einmal um und winkt uns zu. Er zeigt auf den Bereich neben dem Eingang und sagt mit lauter Stimme: „Also, Wörthersee heißt unsere Maschine.“, denn jedes Flugzeug ist auf einen Namen getauft. Flugzeuge können sowohl Namen von Städten, als auch von Landschaftsteilen tragen. Den Wörthersee werden wir an diesem Tag zwar nicht überfliegen, aber ein Stück Österreich begleitet uns auch nach Deutschland.