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Bild: Vittorio Benedetti

 

Boris Johnson, der Bürgermeister der britischen Hauptstadt, forciert nun einen neuen Weg gegen die Verkehrsprobleme in der City: Rad-Highways und eine größere Zahl an Leihstationen.


London ist der Dreh- und Angelpunkt des öffentlichen und individuellen Verkehrs in Großbritannien. Die meisten Straßen im Stadtzentrum wurden lange vor Erfindung des Automobils gebaut und sind deshalb schon seit Jahrzehnten chronisch verstopft. Bereits 2004 wurde die City-Maut eingeführt, folglich muss jeder PKW oder LKW, der die Mautzone befährt, für diesen Tag £ 8 (ca. € 9,40) bezahlen. Zwar verringerte sich das Verkehrsaufkommen im Anschluss um etwa ein Drittel, doch das genügt dem Londoner Bürgermeister Boris Johnson, dem alle Verkehrsbelange und die Behörde Transport of London unterstehen, noch nicht.

 

Vergangene Woche tat Johnson also seine Pläne kund, London zur Fahrradhauptstadt Europas machen zu wollen. Das dürfte aufwändiges Unterfangen werden; denn trotz eines Fahrradbooms in den letzten Jahren – seit 2000 verdoppelte sich die Anzahl der Fahrten mit dem Rad – genoss die englische Hauptstadt bisher einen äußerst schlechten Ruf unter Radfahrern. Wenige Radwege zwangen die Pedalritter immer wieder in das Gedränge der von Doppeldeckerbussen und Taxis beherrschten Straßen.

 

Zwölf „Super-Highways“ für Radfahrer und Leihstationen mit 6.000 Rädern (keine davon soll mehr als 300 Meter von einem beliebigen Punkt in der Innenstadt entfernt sein) sind dafür geplant. Johnson möchte damit die Lebensqualität in London erhöhen und sich bei den immer umweltbewusster werdenden Bewohnern und Gästen beliebt machen. 111 Millionen Pfund (ca. 130,8 Mio. Euro) nimmt der „Mayor“ dafür in die Hand.