eastereggroll
Bild: dbking

 

Über den Rasen des Weißen Hauses würde mit der Amtseinführung Barack Obamas ein neuer Wind fahren, hörte man. Nun, ein Ereignis auf ebenjenem Rasen findet bereits seit bald 200 Jahren statt und wird wie von seinen Vorgängern bestimmt auch vom neuen Präsidenten mit Vergnügen unterstützt: Der White House Easter Egg Roll.


Seine Entstehungsgeschichte geht auf Präsidentengattin Dolly Madison zurück, die 1814 die Kinder Washingtons einlud, ihre Ostereier über den Abhang hinter dem Capitol kullern zu lassen.

 

Der Brauch, Eier zu Frühlingsbeginn an Böschungen hinunterrollen zu lassen, ist freilich schon viel älter, galten Sie doch schon im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung als Fruchtbarkeitssymbol und wurden von der christlichen Kirche genau wie das Osterfest von den sogenannten „Heiden“ übernommen.

 

Zurück in die Vereinigten Staaten des 19. Jahrhunderts: Als 1877 besagter Rasen neu besamt wurde, untersagten die Gärtner die kindliche Trampelei am wachsenden Grün hinter dem Capitol, der Kongress verabschiedete sogar ein entsprechendes Gesetz. Weil Kinder mit der Logik mancher Gesetze nicht viel anfangen können, begehrten Sie dennoch Recht auf ihr Spiel. Und weil unter den kleinen Stimmen auch die seiner eigenen Kinder waren, beschlossen der damalige Präsident und seine Frau, Rutherford und Lucy Hayes, das Eierrollen am Rasen des Weißen Hauses zu erlauben.

 

Das ist es bis heute – mit einer kurzen Auszeit während der Präsidentschaft Franklin D. Roosevelts – und seit Mamie Eisenhower 1951 First Lady wurde, dürfen auch afroamerikanische Kinder daran teilnehmen, was zuvor alles andere als eine Selbstverständlichkeit war. Allein deshalb dürfte die Fortführung des Brauchs Barack Obama ein Anliegen sein.