In Rumänien gehen die Uhren anders. Gut, wie wir finden – denn so können wir in Ruhe die Vielfalt zwischen pulsierender Hauptstadt, mittelalterlichen Städten, Schwarzmeerstränden und Donau-Delta erkunden.

 

 

Quirlige Hauptstadt Bukarest

 

Nur eineinhalb Flugstunden von Wien entfernt liegt Rumänien, ein Land das vielfältiger kaum sein könnte. Allein die Hauptstadt hat sich als Stadt der Gegensätze einen Namen gemacht. Bukarest ist hektisch, temperamentvoll und laut – hat aber auch leise und beschauliche Ecken, wie etwa im ältesten Park der Stadt, dem Cismigiu Park. Bukarest hat ein vielfältiges Erbe und ist eine spannende Mischung verschiedenster Baustile: Bauwerke aus der Osmanischen Zeit, Paläste im Pariser Fin-de-Siecle-Stil (welcher der Stadt auch die Bezeichnung „Micul Paris“ oder „Paris des Ostens“ einbrachte), sowie sozialistische Betonklotz-Architektur. Imposantestes Bauwerk ist demnach auch der Parlamentspalast (Palatul Parlamentului). Heute ist das Gebäude, das von den Rumänen verächtlich als „Palast über das Volk“ anstatt „Volkspalast“ bezeichnet wird, Sitz des rumänischen Parlaments. Hier müsst ihr unbedingt eine Führung machen! Auf dem Dach befindet sich das MNAC Café des Nationalmuseums für zeitgenössische Kunst, wo man wunderbar frühstücken kann und einen herrlichen Blick auf die quirlige zwei Millionen Einwohner Metropole hat.

 

Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Triumphbogen (Arcul de Triumf), das Athenäum, das heute das Konzerthaus beherbergt sowie das geschichtsträchtige Bukarester Königsschloss (Palatul Regal) sowie der alte Fürstenhof (Curtea Veche), der vom legendären Feldherren Vlad Tepes Draculea (auch bekannt als der „Grausame“) gegründet wurde.

Bukarests urbane Wohlfühl-Zone mit Bohéme-Charakter ist das heute das „Leipziger Viertel“, wo sich kleine Galerien neben hippen Geschäften, Cafés und Restaurants aneinander reihen.

 

Nach dem Sightseeing darf das leibliche Wohl natürlich nicht zu kurz kommen. Die rumänische Küche gilt als besonders deftig und fleischlastig. Im Locanta jaristea kann man sich durch die traditionellen Köstlichkeiten kosten, im Lacrimi si Sfinti wird die traditionelle rumänische Küche modern interpretiert. Neben den traditionellen Lokalitäten haben mittlerweile auch internationale Haute-Cuisine Küchen sowie trendige Restaurants, Cafés und Bars wie etwa das „Biutiful“ oder das „Simbio“ ein breites nationales und internationales Stammpublikum.

Spannend wird es in Bukarest aber vor allem für Nachtschwärmer. Der „Kristal Glam Klub“ liegt in der Nähe des Cismigiu Parks und hat sich dank der internationalen DJs einen exzellenten Ruf beim Partyvolk erworben. Der ideale Ort, um bis frühmorgens abzutanzen. Ähnlich bunt ist das Treiben im legendären „Bamboo-Club Bucharest“ oder im vielbesuchten „Player Club“, der über ein großes Außenpool verfügt. Dies allerdings ist nur ein Bruchteil der vielfältigen Bukarester Nachtszene – am besten, man verschafft sich vor Ort einen eigenen Eindruck.

 

Transsilvanien: Graf Dracula auf der Spur

 

Nicht umsonst wurde Siebenbürgen oder Transsilvanien vom „Lonely Planet“ als Top-Reisedestination 2016 gewählt. Die sagenumwobene Region in den Karpaten zeichnet sich durch dichte Wälder, mystische Schlösser und Burgen sowie mittelalterliche Städte aus. Etwa zwei Autostunden von Bukarest entfernt liegt kleine Bergstadt „Sinaia“ mit dem märchenhaften „Schloss Peles“. Es diente den rumänischen Königen als Sommerresidenz und wird dank seiner prachtvollen Ausstattung, als „Schloss Schwanstein Rumäniens“ bezeichnet.

 

 

In „Sighisoara“ nimmt der Mythos um Graf Dracula seinen Anfang. Hier befindet sich mit der „Casa Vlad Dracul“ der Geburtsort des legendären wie grausamen Fürsten Vlad Tepes Draculea, der den Schrifsteller Bram Stoker zu seiner Romanfigur „Graf Dracula“ inspirierte. Die UNESCO-Welterbestadt ist mit der verschachtelten Altstadt, dem imposanten Stundturm und der unverwechselbaren Bergkirche, die besterhaltene, noch bewohnte frühmittelalterliche Stadt Rumäniens.

 

Brasov, zu deutsch Kronstadt, wurde im 13. Jahrhundert von den Rittern des Deutschen Ordens gegründet und war über Jahrhunderte hinweg das geistige und wirtschaftliche Zentrum der Siebenbürger Sachsen. Besonders eindrucksvoll sind hier die mittelalterliche Stadtmauer, die historische Altstadt, das barocke Rathaus und die „Schwarze Kirche“. Sie verdankt ihren Namen einem Stadtbrand im Jahre 1689, der nur die verkohlten Mauern dieser Kirche übrig ließ. Aber nicht nur mit Geschichte, auch mit Gegenwart lockt Brasov: Die Studentenstadt ist auch bekannt für ihr pulsierendes Nachtleben.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt eines der bekanntesten Wintersportzentren Rumäniens, „Poiana-Brasov“. Mit seinen drei Seilbahnen, sechs Schleppliften, zwei Loipen und zahlreichen modernen Hotels und Unterkünften ist Poiana Brasov eine echte Alternative für Wintersportler, die einmal etwas anderes und das zu einem günstigeren Preis erleben wollen. Im Sommer lädt die Region zum Wandern ein.

Etwa 40 Minuten Fahrzeit von Brasov entfernt liegt im gleichnamigen Ort das eindrucksvolle Schloss Bran, das geschickt als das Schloss von Graf Dracula vermarktet wird. Auch wenn Schloss Bran mit Graf Dracula so gut wie gar nichts zu tun hat – Vlad Tepes verbrachte wohl einige Tage hier – lohnt sich der Ausflug trotz vieler Menschen und zahlreichen Souvenirshops.

 

Schwarzmeerküste

 

An der Schwarzmeerküste gibt es flache weiße Sandstrände, Vergnügungsparks und am Abend viele Möglichkeiten Auszugehen. Die alte Hafenstadt Constanta (circa zwei Autostunden von Bukarest entfernt) erlangte durch den römischen Dichter Ovid Berühmtheit, der hierher ins Exil geschickt wurde. Auch heute sind noch griechische und römische Ruinen zu besichtigen, eine Statue Ovids begrüßt im Hafen die Schiffe. Das nahegelegene Seebad Mamaia ist der älteste und bedeutendste Badeort an der rumänischen Schwarzmeerküste. Besonderheit hier ist die Telegondola, eine Seilbahn, die quer über die Stadt fährt. Mamaia ist als Ferienort für jeden geeignet – Familien freuen sich über die flachen weißen Sandstrände und Nachtschwärmer über die vielen Clubs und Diskotheken. Der etwas südlich gelegene Badeort „Eforie Nord“ ist sehr beliebt und im Sommer demnach auch ziemlich voll. Das fast schon an der bulgarischen Grenze gelegene „Mangalia“ bietet neben schönen Stränden vor allem für Aktivurlauber vielfältige Möglichkeiten.

 

Donaudelta

 

Unberührte Natur, Artenvielfalt, ursprüngliche Landschaften, nette, offene Menschen und Stille, das finden Besucher im Donaudelta. Es ist das weltweit einzige Flussdelta, das mit seiner gesamten Fläche zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Hier befindet sich nicht nur das ausgedehnteste und kompakteste Schilfgebiet der Welt, sondern auch 1600 verschiedene Pflanzen- und 3400 verschieden Tierarten. Dementsprechend viel gibt es hier zu sehen und zu erleben. Die kleine Stadt Tulcea ist der Ausgangspunkt, von hier gibt es drei Möglichkeiten das Delta zu erkunden: Entweder man nächtigt in Tulcea und bucht von hier aus eine Tagestour, oder man heuert eines der Hotelboote an, auf denen man auch übernachten kann. Die dritte Möglichkeit ist mit der Fähre in eines der Dörfer inmitten des Deltas überzusetzen, z.B. nach Crisan oder nach Sulina, das schon am Schwarzen Meer liegt. Wundervolle Naturerlebnisse sind in jedem Fall garantiert!

 

 

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