Vulkane, Gletscher, Wasserfälle, Polarlichter, Geysire und endlose Weiten – Island, das ist Natur pur! Die größte Vulkaninsel der Welt übt eine Faszination aus, der sich kaum jemand entziehen kann.

 

Fakten, Fakten, Fakten: Island ist die größte Vulkaninsel der Welt, der am dünnsten besiedelte Staat und die zweitgrößte Insel Europas. Die Menschen gelten als die glücklichsten der Welt mit der nach Japan längsten Lebenserwartung und Reykjavik ist die weltweit nördlichste Hauptstadt. Island liegt zugleich auf der nordamerikanischen und auf der eurasischen Kontinentalplatte. Wo diese beiden aufeinander treffen, durchzieht ein gewaltiger Spalt von Nordosten nach Südwesten die gesamte Insel. Dieser wächst jährlich um etwa zwei Zentimeter. Allein das klingt doch schon spannend, oder?

 

Als wir nach 4,5 Stunden Flug ab Wien auf die grün-braune Insel inmitten des tiefblauen Ozeans mit den weißen Vulkangletschern hinabblicken, wissen wir noch nicht, dass wir hier eine neue Liebe finden werden. Die Liebe zu einem Land, das so anders ist als alles, was wir bisher gesehen haben. Aber langsam, alles der Reihe nach….

 

Am Flughafen Reykjavik-Keflavik nehmen wir unseren Mietwagen in Empfang. Wir wollen die Insel entlang der Ringstraße „Hringvegur“, die auf über 1.300 Kilometer grob dem Küstenverlauf folgt, für uns entdecken. Sie ist der ideale Weg für einen Rundumblick, hinter jeder Kurve wartet ein neues Naturwunder. Auf der gesamten Strecke jagt ein Wasserfall den Nächsten, die Sehenswürdigkeiten liegen teils direkt an der Straße, teils versteckt im Landesinneren.

 

Wir begeben uns von Reykjavik westwärts in Richtung „Golden Circle“. Nach etwa einer halben Stunden Fahrt gelangen wir zum UNESCO Weltkulturerbe Nationalpark „Thingvellir“. Thingvellir liegt an der Grabenbruchzone umgeben von vier aktiven Vulkanen. Die Kontinentalplatten driften mit der Geschwindigkeit wachsender Fingernägeln auseinander! Der Weg durch die Almannagjá (Altmännerschlucht) hin zum Öxarárfoss (Öxarwasserfall), den man vom Parkplatz aus in etwa 20 Minuten erreicht, ist landschaftlich wunderschön. Ein absolutes Highlight ist Thingvellir aber auch für Taucher: In der Silfra-Spalte kann man zwischen den Kontinenten tauchen und hat Sichtweiten bis über 100 Meter! Dies liegt dran, dass das Wasser im Thingvellir See das ganze Jahr über zwischen 2 bis 4 Grad Celsius hat und das Schmelzwasser des Gletschers jahrelang durch Lavagestein fließt, bevor es als unterirdische Quelle wieder in den See hervor quillt.

 

Thingvellir: Nationalpark zwischen den Kontinentalplatten. Credit: Johan Wieland

 

Unser zweites Etappenziel im Golden Circle ist das Geothermalgebiet Haukadalur, das durch das besondere Naturphänomen, den Geysir, weltweit bekannt geworden ist. Die ursprüngliche, namensgebende Springquelle, ist nicht mehr bzw. nur mehr in sehr großen Abständen aktiv. Auf dem gleichen Gelände befindet sich der Geysir „Strokkur“, der brav und zuverlässig alle 15-20 Minuten eine bis zu 35 Meter hohe Wasserfontäne in die Höhe stößt.

 

Geysir „Strokkur“ spuckt alle 15 – 20 Minuten eine ebenso beeindruckende wie heiße Wassersäule. Credit: Emil Kepko

 

Wenige Kilometer weiter befindet sich einer der schönsten Wasserfälle Islands, der „Gulfoss“, der goldene Wasserfall. Seinen Namen hat er der Gischt zu verdanken, die bei tief stehender Sonne golden leuchtet. In zwei, im rechten Winkel zueinander stehenden Stufen, fällt das Wasser des „Gulfoss“ rund 32 Meter in die Tiefe. Zwischen den beiden Stufen liegt ein begehbares Plateau, auf dem man das Gefühl bekommt, mitten im Wasserfall zu stehen. 

 

Gulfoss, der goldene Wasserfall stürzt über 30 Meter in die Tiefe. Credit: Laurent Drouet

 

Anschließend machen wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Station: Vik, dem südlichsten Ort der Insel mit seinem legendären schwarzen Lavastrand. Empfehlenswertes Hotel mit herrlichem Blick auf den Mýrdalsjökull Gletscher ist das Hotel Katla Hofdabrekka mit geräumigen Zimmern unweit der Ortschaft.

 

Auf der Fahrt in den Osten passieren wir das weltweit größte Lavafeld. Bis zum Horizont erstreckt sich die mit Moos bewachsene, zu Stein gewordene Lava. Kein Wunder, dass die meisten Isländer an Feen und Trolle glauben, könnte doch hinter jedem dieser Steine ein übernatürliches Wesen stecken. Im Nationalpark „Vatnajökull“, der nach dem gleichnamigen Vulkan benannt ist, machen wir eine eineinhalbstündige Wanderung zum schwarzen Wasserfall „Svartifoss“, der an einer schwarzen Basaltwand eindrucksvoll in die Tiefe stürzt. Weiter ostwärts tauchen am Straßenrand plötzlich unzählige Eisberge auf – „Jökulsárlon“ – die Gletscherlagune! Wir fragen uns, ob wir jemals einen schöneren Ort gesehen haben. In den unterschiedlichsten Formationen ziehen Eisschollen und –Berge an uns vorbei, die in allen Blau- und Weißtönen in der Sonne glitzern, im Hintergrund die schneeweiße Vulkanlandschaft. Mystisch, mythisch, einfach sagenhaft schön.

 

Nicht von dieser Welt: die Gletscherlagune Jökusarlon. Credit: Andrés Nieto Porras

 

Einen Wal zu sehen ist für viele ein Kindertraum – einer, der auf Island mit ein bisschen Glück und gutem Wetter Wirklichkeit wird. Das hübsche Örtchen Husavik an der Nordostküste lädt zum Whale Watching auf wunderschönen alten Segelschiffen ein. Der Anbieter Gentle Giants bietet die unterschiedlichsten Touren – auch zu Mitternachtsausfahrten, wo man den Walen und der Sonne zugleich dabei zusehen kann, wie sie majestätisch im rot leuchtenden im Meer versinken.

 

„Whale watching“ – Wale beobachten im eisig kalten Meer. Credit: Peter de Ruiter

 

Im Norden befinden sich neben der zweitgrößten Stadt Islands, Akureyri vor allem der Mückensee „Myvatn“, mit vielen eindrucksvollen Wanderwegen in der fast schon bedrohlich wirkenden Lavalandschaft. Kein Island-Urlaub ohne einem Bad in einem der vielen „Hot Pots“ der Insel, einer heißen, mineralien-haltigen Quelle. Baden ist so etwas wie der Volkssport – hier kann man herrlich Neuigkeiten austauschen und andere „Hot Poter“ kennen lernen. Eine gute Übersicht über Islands Hot Pots finden sich auf der Website: hotpoticeland.com . Neben der touristisch komplett überlaufenen „Blue Lagoon“ bei Reyjkavik erfreuen sich vor allem die Mývatn Nature Baths großer Beliebtheit. Sie liegen in einem großen Geothermalgebiet am Osstufer des Myvatn Sees – genau richtig nach einem anstrengenden Tag voller Eindrücke und Wanderungen um den See.

 

Wohltuend nach einem Tag voller Eindrücke: ein Bad im „Hot Pot“ der Myvatn Nature Bath. Credit: Richard Baer

 

„Wenn du wirklich etwas von Island sehen möchtest, steig auf ein Pferd,“ sagen die Isländer. Deshalb haben wir uns am Ende unserer Rundfahrt kurz vor Reykjavik dazu entschlossen, noch einen Ausritt auf einem Island-Pony zu machen. Einen Reitstall zu finden ist in Island kinderleicht. Gilt der Besitz von möglichst vielen Island-Ponys doch als Status-Symbol. Auf Tripadvisor bekommt man eine gute Übersicht über die Ställe der Umgebung. Wir haben uns den etwas kleineren Stall „Nupshestar“ mit „nur“ siebzig Pferden ausgesucht. Die Weite, die Farben, die Leere und die Luft Islands am Rücken eines Ponys zu erleben ist unvergesslich und man verspürt das beglückende Gefühl, die ganze Welt für sich zu besitzen.

 

Wo Träume wahr werden: Island am Rücken eines Island-Ponys erleben. Credit: Alan Abair

 

Wie gut, dass wir einen Grund haben wieder zu kommen: Die berühmten Nordlichter sind am besten in der kalten Jahreszeit von Oktober bis März zu erleben! Das heißt, wir müssen dieses sagenhaft schöne, unendlich reizvolle Land einfach noch einmal bereisen. Dann heißt es für uns übrigens auch: Winter is coming! Denn in Island befinden sich Original-Drehplätze für Szenen der Serie Game of Thrones. Eine geführte Tour ist also ein Muss für Serienfans, die erkunden wollen, was jenseits der Mauer liegt.  

 

Mystisches Spektakel am Himmel. Zwischen Oktober und März sind Polarlichter in Island am beeindruckendsten zu erleben. Credit: Daniel K.

 

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