Die russische Metropole ist nicht umsonst eines der 10 beliebtesten Touristenziele der Welt. Besonders eindrucksvoll ist die Stadt am finnischen Meerbusen zur Zeit der Sommersonnenwende zu erleben.

Gigantisch, romantisch, voll von Kunst und Kultur – das ist Sankt Petersburg, die Stadt, die Zar Peter der Große an der Newamündung vor gut 300 Jahren aus dem Boden stampfen ließ um sich einen Hafen an der Ostsee zu sichern und um sein Riesenreich in Richtung Westen zu öffnen. Die klassizistisch-barocke Innenstadt bietet mit den 2.300 Palästen Architektur- und Kunstliebhabern schier endlose Attraktionen. Der zahllosen Brücken und Flüsse wegen, wird St. Petersburg auch „Venedig des Nordens“ genannt. Am allerschönsten ist die Stadt Ende Juni bis Mitte Juli rund um die „weißen Nächte zu erleben, wenn es abends nicht richtig dunkel wird und die Prunkbauten magisches Zwielicht getaucht werden.

St. Peterburg. Fotocredit: cabezadeturco

Die Entstehungsgeschichte Sankt Petersburgs liest sich wie ein Historiendrama mit hochkarätiger Besetzung. Mit drastischen Zwangsmaßnahmen trieb der Zar den Bau der Stadt im Sumpfgebiet an der Newamündung voran. 1712 erklärte Peter der Große St. Petersburg anstelle von Moskau zur Hauptstadt. Hof und Adel wurden gezwungen zu übersiedeln und auf eigene Kosten neue, prunkvolle Wohnsitze zu errichten, die auch heute noch eindrucksvoll am „Newskij-Prospekt“, der Prunk- und Flaniermeile zu bestaunen sind.

Am Ende dieser 4 Kilometer langen Prachtstraße befinden sich einige der Wahrzeichen der Stadt, als erstes sichtbar ist die Admiralität, die das Oberkommando der russischen Marine beheimatet. Mit der hochaufragenden goldenen Nadel stellt dieser Prunkbau so etwas wie den Bezugs- und Orientierungspunkt der 5 Millionen-Einwohner-Metropole dar. Wenige Gehminuten entfernt ist die Isaaks-Kathedrale mit ihrer goldenen Kuppel, zahlreichen Mosaiken und riesigen Gemälden das wohl imposanteste Gotteshaus der Stadt. Eine prächtige Aussicht hat man vom nahegelegenen Restaurant „Mansarda“, wo man bei einem Gläschen Vodka und russischen „Piroggen“ das überwältigende Panorama auf die goldene Kuppel und den Rest der Stadt genießen kann.

Am Flussufer der Newa gelangt man weiter zur weltberühmten „Eremitage“ – ein, wenn nicht DAS Highlight der Stadt. Sie diente den Zaren als Rückzugsort vom politischen Alltag, um sich hier nur mit Kunst und Muse zu umgeben. Eindrucksvolles Ergebnis dieser jahrhundertelangen Tradition ist eines der größten und bedeutendsten Museen der Welt. In dem heutigen Gebäudekomplex befinden sich in fünf Palästen und 350 Sälen mehr als 60.000 Exponate, darunter Werke von Meistern wie Leonardo da Vinci, Rembrandt, Matisse oder Pablo Picasso. Doch alleine die Gebäude – allen voran der Winterpalast und die alte Ermitage – sind imposante Sehenswürdigkeiten für sich.

Peter and Paul Fortress, St Petersburg. Fotocredit: Rob

In Blickweite, inmitten der Newa befindet sich die Haseninsel, auf ihr die„Peter und Paul-Festung“, ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Hier legte Peter der Große den ersten Grundstein für die Errichtung seiner neuen Hauptstadt. Der Palastplatz mit dem Winterpalast, der ständigen Residenz der Zaren mit der 500 Tonnen schweren Alexandersäule oder die ebenfalls nicht weit entfernte Erlöserkirche sind weitere Fixpunkte für jeden kulturinteressierten Touristen. Wenige Kilometer außerhalb der Stadt befinden sich nicht weniger imposante Sehenswürdigkeiten: Der „Katharinen-Palast“ mit dem nachgebauten Bernsteinzimmer oder die direkt am Meer gelegene Sommerresidenz der Zaren „Schloss Peterhof“.

St. Peterburg. Fotocredit: cabezadeturco

Nicht nur die Gebäude, die ganze Stadt atmet Geschichte, Kultur und Wissenschaft. Dreimal musste St. Petersburg, das bis 1918 Hauptstadt des russischen Reiches war, den Namen wechseln. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde sie kurzerhand russifiziert und hieß „Petrograd“. Nach dem Tode Lenins 1924 wurde sie in „Leningrad“ umgetauft. Erst nach dem Zerfall der Sowjetunion erhielt die Stadt ihren ursprünglichen Namen zurück und heißt nun seit 1991 wieder St. Petersburg.

St. Petersburg ist neben Moskau noch heute das Zentrum der russischen Kunst, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie ist UNESCO-Weltkulturerbe und es gibt über 120 Hochschulen, 80 Theater und 100 Konzerthäuser. Mit dem „Mariinski-Theater“ und dem gleichnamigen Ballett verfügt St. Petersburg über ein weltberühmtes Opernhaus, das bereits im Jahr 1783 seine Pforten öffnete. Komponisten von Weltrang wie Dimitri Schostakowitsch und Modest Mussorgksi oder Schriftsteller wie Alexander Puschkin oder Fjodor Dostojewski lebten und arbeiteten hier. Im Hafen liegt der geschichtsträchtige „Panzerkreuzer Aurora“, von dem aus die Oktoberrevolution begann.

 Sankt Petersburg hat viele – für Besucher die nur wenige Tage Zeit haben, fast zu viele – Superlative zu bieten. Nicht zuletzt ist die von ihren Bewohnern liebevoll „Piter“ genannte Stadt voll von Buchhandlungen, unzähligen Restaurants, stylischen Cafés und schicken Boutiquen. Auch die Metro ist es wert, bestaunt zu werden.

Wer es aber gemütlich und vor allem romantisch angehen will, der sollte eines nicht verpassen: Eine nächtliche Bootsfahrt entlang der unzähligen Flüsse durch diese alte Zarenstadt mit ihren schimmernden Prunkbauten, Brücken, Kirchen und Palästen.

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