Wir stellen vor: David, 16 Jahre, Planespotter. David hatte einen Traum: Er wollte etwas Neues ausprobieren. Und Fragen kostet ja bekanntlich nichts. Hier ist die Geschichte von einer exklusiven Cabin Tour in der Boeing 777, einem tollen Video und einem außergewöhnlichen jungen Mann.

 

 

 

Warst du immer schon von Flugzeugen oder der Luftfahrt allgemein begeistert, bzw. woher kommt dein Interesse?

 

Eigentlich nicht. Als Kind war ich immer von Zügen begeistert, vor allem da mein Großvater eine Modelleisenbahn hatte. Meine Begeisterung für Flugzeuge kam erst, als ich 10 oder 11 war. Woher… über diese Frage habe ich schon viel nachgedacht, habe aber nie eine eindeutige Antwort gefunden. Die Begeisterung war plötzlich einfach da. Vielleicht kam es von meinem Onkel, er fotografiert schon seit langem Flugzeuge.

 

David Pauritsch ist 16 Jahre alt - und leidenschaftlicher Plane Spotter.

David Pauritsch ist 16 Jahre alt – und leidenschaftlicher Planespotter.

 

 

Wie kam es zu der Idee zur Cabin Tour?

 

Seit vier Jahren filme und fotografiere ich schon Flugzeuge, aber immer nur von außen, so wie alle anderen Plane Spotter. Ich wollte etwas Neues ausprobieren.

 

Vor einiger Zeit habe ich mal das Sprichwort „Fragen kostet nichts“ gehört. Ich habe nicht damit gerechnet, dass mir eine Fluglinie auch nur antwortet. Umso glücklicher bin ich, dass man genau bei Austrian, dem Flag Carrier Österreichs, ja gesagt hat!

 

Austrian Airlines

 

Was waren deine ersten Gedanken, als du dir exklusiv die 777 ansehen durftest?

 

Es ist unglaublich wie groß die 777 eigentlich ist. Wenn man sie von weit weg landen sieht oder wenn man in ihr fliegt, merkt man das gar nicht. Erst wenn man wirklich davor steht und einmal rundherum geht, realisiert man wie groß die 777 eigentlich ist.

 

 

Mit welcher Ausrüstung arbeitest du bei deinen Videos?

 

Die Videos mache ich meistens mit meinem kleinen handlichen Camcorder und einem Stativ. Die Fotos mache ich mit einer Spiegelreflexkamera. Damit das Video der 777 aber eine bessere Qualität hat, habe ich es komplett mit der Spiegelreflexkamera, einem normalen Stativ und einer Glidecam (eine Art tragbares Stativ) gemacht.

 

 

Wie gehst du so ein Projekt an – gibt es ein detailliertes Storyboard im Vorhinein?

 

Es war das erste Mal, dass ich die Möglichkeit hatte ein solches Video zu drehen. Ein paar Grundideen hatte ich zwar schon im Kopf, aber das meiste hat sich dann erst bei der Besichtigung ergeben. Im Nachhinein weiß ich, dass für einen reibungsloseren Ablauf eines solchen Videodrehs eine gute Planung sehr wichtig ist.

 

Man möchte glauben, dass Planespotting ein seltenes Hobby ist, doch das stimmt nicht

Was waren die größten Herausforderungen bei der Cabin Tour?

 

In einem Flugzeug wird immer gearbeitet. Es ist schwierig gute Aufnahmen hinzubekommen, ohne dass jemand durchs Bild läuft. Die gut gelungenen Aufnahmen sind immer die, in denen jemand durchs Bild läuft. 🙂 Bei der Besichtigung der 777 waren auch zwei Freunde anwesend, Sebastian Schreibmaier und Tobias Bosina, ohne die das Projekt nie hätte realisiert werden können. Da sie sich um die Fotos kümmerten, konnte ich mich ganz aufs Filmen konzentrieren. Vielen Dank an die beiden!

 

Austrian Airlines

 

Planst du eine ganze Reihe an Videoblogs – auf welche Maschine können wir uns als nächstes freuen?

 

Das ist zumindest meine Idee. Leider sind nur wenige Fluglinien so kooperativ wie Austrian Airlines. Demnächst werde ich ein Langstreckenflugzeug einer asiatischen Fluglinie besichtigen. Ich werde im August in die Vereinigten Staaten reisen und natürlich auch dort mein Glück versuchen.

 

 

Wenn du Fotos/Videos machst: Gezielt, nach dem Motto „Heute möchte ich den Austrian Airbus um 18:30 erwischen“ oder lasst du dich einfach überraschen?

 

Das hängt immer von Wetter ab. Wenn schönes Wetter ist und die Sonne scheint, fahre ich auch mal zum Flughafen und fotografiere, was kommt. Wenn aber ein Flugzeug nach Wien kommt, welches nicht regelmäßig in Wien zu sehen ist, dann nimmt man auch gerne strömenden Regen in Kauf, um es zu sehen. Es hängt auch immer davon ab, ob man im stressigen Alltag überhaupt ein Zeitfenster für sein Hobby findet. 🙂

 

Austrian Airlines

 

Boeing oder Airbus? Fokker oder Dash? Welches ist dein Lieblingsflugzeug und warum?

 

Die Boeing 777 ist ein toller Flugzeugtyp, vor allem wegen den markanten Triebwerksgeräuschen. Ich finde die größere Boeing 777-300, welche die AUA leider nicht fliegt, am besten.

 

Was kannst du uns über die Planespotter-Community erzählen – kennt ihr einander untereinander? Tauscht ihr euch aus?

 

Man möchte glauben, dass Plane Spotting ein seltenes Hobby ist, doch das stimmt nicht. Vor allem über soziale Netzwerke, aber auch durch ein zufälliges Aufeinander-Treffen am Flughafen trifft man viele Menschen. Ich habe dadurch sehr viele Leute kennengelernt, Leute, die heute sehr gute Freunde sind.
Das Austauschen von Fotos und Videos erfolgt zum allergrößten Teil über das Internet. Es gibt dutzende Websites, die auf Flugzeug-Bilder spezialisiert sind, dort kann man seine Bilder veröffentlichen. Das geht natürlich auch über normale soziale Netzwerke wie Facebook oder für Videos YouTube.

 

(c) David Pauritsch

 

Wo lassen sich die besten Fotos erhaschen?

 

Das ist von Flughafen zu Flughafen unterschiedlich. An jedem Flughafen gibt es Plätze an denen man eine tolle Sicht hat. In Wien wären das die oberen Etagen der einzelnen Parkhäuser, die Besucherterrasse oder der Spotterhügel in Klein-Neusiedel.

 

Welche 5 Tipps gibst du einem angehenden Planespotter?

 

-Eine möglichst uneingeschränkte Sicht auf das Flugzeug haben (z.B..: keine Fensterscheibe, Zaun oder andere Objekte im Bild haben)
-Gegenlicht unbedingt vermeiden
-An die Regeln halten (Fahrverbot rund um den Flughafen beachten und Müll nicht einfach liegen lassen)
-Eine Spiegelreflexkamera ist zwar teuer, aber äußerst nützlich
-Beim Filmen wirkt ein Stativ wahre Wunder

 

(c) David Pauritsch

 

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