(K)ein Flug wie jeder andere. Es war einer der längsten Flüge einer Austrian Fokker 70: Am 3. April startete die OE-LFL zu ihrem Überstellungsflug ins australische Adelaide. Die Reise geht weiter: Nach der ersten Etappe feierte die Fokker schließlich ihre erste Äquatortaufe und überquerte die rote Wüste Australiens. Und dann wurde die Crew wehmütig: Die allerletzte Landung in Adelaide …

 

Golfplätze und andere Highlights

 

Die Crew wäre gerne noch länger in Kalkutta geblieben, aber schließlich musste der Schedule punktgenau einhalten werden. Und der führte unsere OE-LFL zum Tankstopp nach Bangkok, zum Don Mueang International Airport. Dieser hat ein besonderes Highlight aufzuwarten: Zwischen den beiden Pisten liegt ein 18 Loch-Golfplatz, der den Golfern zwischen startenden und landenden Flugzeugen einen besonderen Kick bietet. Unser Bangkok Linienflug startet und landet übrigens schon seit Jahren nicht mehr hier, sondern am neuen Flughafen Bangkok Suvarnabhumi.

 

Die nächste Nacht verbrachte unsere Crew in Singapur und schnupperte schon richtige Langstreckenluft, denn hier ist die Heimat der Widebodies: Boeing B777, Airbus A380 und andere „große Vögel“ starten und landen hier.

 

Die Äquatortaufe

 

Auf der nächsten Etappe nach Denpasar auf der indonesischen Insel Bali gab es eine besondere Premiere: „Noch keiner von uns dreien hatte bis dahin den Äquator überquert. Als die Navigation von ‚Nord‘ auf ‚Süd‘ umgesprungen ist, haben wir auf unsere ‚Äquatortaufe‘ mit Ingwerwasser angestoßen“, erzählt uns Ewald Roithner. „Mit einer Fokker nach Bali zu fliegen, ist für uns Kurzstreckenpiloten schon etwas Tolles. Leider haben wir dort nur getankt und sind dann gleich Richtung Australien weitergeflogen.“

 

Premiere im Flug: Die Fokker Crew feiert „Äquatortaufe“

Premiere im Flug: Die Fokker Crew feiert „Äquatortaufe“

 

 

Wüste aus der Vogelperspektive

 

Man glaubt, das nimmt kein Ende!

 

Der rote Kontinent zeigte sich beim Anflug auf Darwin noch von seiner grünsten Seite. Aber auf den letzten Etappen, der Australien-Durchquerung, änderte sich das rasch: stundenlang nur rote Wüste. „Man glaubt, das nimmt kein Ende! Von Darwin nach Alice Springs gibt es eine einzige asphaltierte Straße und das war’s. Alice Springs haben wir mit einem Visual Approach angeflogen. Nach 15 Minuten waren wir wieder in der Luft, also wirklich ein Quick Turnaround“, schildert Roithner.

 

Unsere „nackte“ Fokker nach der Landung in Darwin

Unsere „nackte“ Fokker nach der Landung in Darwin

 

Beim letzten Leg von Alice Springs nach Adelaide wurde es im Cockpit ruhig: „Da weiß man dann, dieser Flieger ist 18 Jahre lang bei uns geflogen, damit verbinden wir viele Erinnerungen und waren fast ein bisschen wehmütig. Den letzten Start in Wien habe ich gemacht, Michael hat die letzte Landung in Adelaide übernommen. Das hatten wir uns von Anfang an so ausgemacht.“

 

 

Letzte Landung

 

Am 7. April um 17:41 Uhr Ortszeit beendete unsere „Fox Lima” ihre lange Reise in Adelaide. Vom Frühling in Österreich, über den Hochsommer in Indien bis zum Herbst in Adelaide hat unsere Crew sie nicht nur durch mehrere Zeit-, sondern auch Klimazonen gesteuert.

 

Nach der letzten Landung wurde das Flugzeug offiziell übergeben, nachdem Technik-Kollege Martin Riedl es „anonymisiert“ hatte: Dabei wird das Kennzeichen entfernt und der Transponder und alle Computer, die unsere Kennungen gespeichert haben, umprogrammiert.

 

Die Flugroute der Fokker

Die Flugroute der Fokker

 

War diese besondere Reise für die Piloten eigentlich eine fliegerische Herausforderung? Ewald Roithner beantwortet das so: „Als Kurzstreckenpiloten kennen wir unsere Strecken in Europa und im westlichen Teil von Russland genau. Dort fliegen wir viel und sind die Profis. Hier haben wir uns in unbekanntes Terrain begeben, das war natürlich spannend. Fliegerisch gesehen war es aber nicht viel anders als wir es gewohnt sind. Was neu für uns ist: Wir fliegen gegen die Uhr, beginnen also jeden Tag etwas früher. Irgendwann hat man dann zehn Stunden Zeitverschiebung. Das kennen wir als Kurzstreckenpiloten in dieser Form nicht.“

 

So faszinierend dieser Flug war: Ewald Roithner ist gerne wieder in seinen gewohnten Schedule zurückgekehrt. „Für mich war das ein echtes Highlight, aber auch ein Projekt, das jetzt abgeschlossen ist.“